Fahrschulreform 2027

Reginald Gerlach • 18. Oktober 2026

Im Jahre 2027 soll es eine Reform in der Fahrschulausbildung geben!


Die Presse ist voll davon.

Die Regierung erklärt, dass der Führerschein billiger werden soll. Ich möchte als "Dienstleister am Ende dieser Kette" einmal Stellung dazu nehmen und darüber informieren, was der Stand der Dinge Mitte Oktober 26 ist, und möchte meine Sicht der Dinge darlegen. Schließlich gehöre ich mit zu den Leuten, die dies am Ende ausbaden müssen.


Viele Fahrschülerinnen und Fahrschüler sind derzeit verunsichert und wissen nicht ob, sie sich jetzt anmelden sollen oder nicht.

Zuerst einmal hierzu ein Statement an alle, die noch einen Führerschein brauchen und überlegen, ob sie sich jetzt oder im nächsten Jahr anmelden sollen:


Statement:

Der Stand der Dinge, Stand heute, ist: NICHTS IST BESCHLOSSEN und KEINER WEISS, WAS KOMMT!

Dessen sollte man sich schon mal bewusst sein.

Wer einen Führerschein braucht, sollte in der Tat nicht warten. Das ist verschenkte Zeit.

Wir als Dienstleister werden erst reagieren, wenn wir Fakten haben, und jedermann darf sich sicher sein, dass wir einen Impuls haben, zu überleben! Ja, der Führerschein ist teuer - allerdings macht uns dies nicht zu reichen Menschen. Wenn Leistungen durch den Gesetzgeber gestrichen werden, von denen wir leben, wird es Reaktionen der Fahrschulbranche geben, da man nicht durch ein Gesetzgebungsverfahren eine ganze Branche in den Ruin treiben kann. Das Portfolio der Fahrschulen wird sich dann sicherlich ändern, allerdings werden die dann angebotenen Leistungen so kalkuliert sein, dass wir A) überleben und unsere Rechnungen zahlen können und B) kein Mitarbeiter entlassen werden muss.

Man kann also schon mal davon ausgehen, dass der Fahrstundenpreis angeglichen wird und neue Leistungen entsprechend kalkuliert werden. 


Wer also einen Führerschein braucht, sollte sich eher jetzt anmelden als zu warten, da er sich damit die jetzigen Preise sichert!

Dann möchte ich einen Überblick über die geplanten und angesprochenen Neuerungen geben und Stellung dazu nehmen; sowie aus der Sicht eines Fahrschul-Unternehmers bewerten:


- Wegfall des theoretischen Unterrichts

Der gesetzlich vorgeschriebene Theorieunterricht soll ersatzlos gestrichen werden.

Ja, diese recht große Position in der Kalkulation einer Fahrschule fällt dann weg und der Fahrschüler muss sich die Grundlagen des Straßenverkehrs selbst beibringen.

Ist das unbedingt schlecht? Aus meiner Sicht: Nein!

Wenn der Gesetzgeber sich hier zu diesem Schritt durchringen kann, bietet dieser Wegfall Nachteile für Fahrschüler und Fahrschule, aber auch Chancen, die man nicht ignorieren sollte.


Ja, unsere Erfahrung zeigt, dass das eigene Heimstudium der Fahrschüler häufig für die Katz ist und außer "Auswendiglernen" ohne Praxisbezug nichts übrig bleibt. Das ist häufig so, aber nicht immer.

So wie es geplant ist, profitieren ein ganz kleiner Teil der Fahrschüler von solch einer Regelung. Für die meisten wird diese Neuerung in den inhaltlichen Konsequenzen aber von Nachteil sein.


Und ja, der theoretische Unterricht erfreut sich selten größerer Beliebtheit und auch die Fahrschulen sollten dies einmal kritisch für sich selbst hinterfragen, warum das so ist.

Es bleibt aber die Tatsache, dass die meisten beim Homeschooling versagen, was den Wissenserwerb angeht, der eigentlich in einer Anwendung resultieren sollte, es aber häufig nicht tut. Dieses Defizit muss jedoch in einer Ausbildung berücksichtigt werden, die darauf aufbaut, dass der Schüler nicht mehr für den theoretischen Gesamtüberblick in die Fahrschule kommen wird.

Es wird also darauf hinauslaufen, dass bei einem Wegfall des Theorieunterrichts die Fahrschulen gezielt Unterrichte anbieten werden, die darauf abzielen, gewisse Grundlagen beim Schüler zu installieren.

Solch ein Service wird mit Sicherheit extra Geld kosten, allerdings wäre ein Vorteil, dass dies eine gezielte Ausbildung ist, von der der Schüler einen spürbaren Mehrwert hat. Ob dies dann in Präsenz, digital oder sonstwie gemacht wird, bleibt der Fahrschule überlassen, was gut ist.

Die neueste Diskussion, dass der Gesetzgeber nun doch 6 Unterrichtseinheiten in der Theorie vorschreiben will, ist überhaupt keine gute Idee, weil dann wieder Vorgaben getätigt werden, die sich Funktionäre und Politiker ausdenken, die keine Ahnung von der Basis und der Realität haben. Hier sehe ich überdies einen echten Wettbewerbsvorteil der Fahrschulen, die einen hohen Anspruch daran haben, ihre Schüler so auszubilden, dass sie nicht nur fahren können, sondern auch die Prüfung bestehen.

Also liebe Politiker, wenn der Theorieunterricht wegfallen soll, dann bitte ganz!


- Kürzung der besonderen Ausbildungsfahrten

Meine Meinung: BRAVO!

Ich musste teilweise Überlandfahrten fahren, obwohl die Schülerin oder der Schüler dies hervorragend konnte.

Und sind wir ehrlich. In der PKW-Ausbildung waren mir 4 Autobahnfahrten tendenziell etwas zu wenig und 5 Überlandfahrten etwas zu viel. Andersherum bei der Motorradausbildung. Da waren mir 4 Autobahnstunden etwas zu viel und die Landstraße etwas zu wenig.

Dass ich das in Zukunft, je nach Können des Schülers, selbst entscheiden darf, finde ich persönlich hervorragend! 

Auch wann ich die Sonderfahrten fahre: Hier hängt es doch auch nicht selten vom bereits vorhandenen Können des Schülers ab, wann ich was fahre. Diesen Vorschlag begrüße ich persönlich zu 100%.

Aber ein Hinweis für die Fahrschüler: OBACHT! Landstraße, Autobahn und Dunkelfahrten werden trotzdem gefahren, und zwar, bis die dazugehörige Fahrkompetenz dem Fahrlehrer demonstriert wurde. Ob der Führerschein also durch die Kürzung der Sonderfahrten billiger wird, hängt dann zu einem nicht so kleinen Teil von der Mitarbeit und dem aufgebrachten Interesse des Schülers ab.


- Der Schüler muss erst nach bestandener Theorieprüfung eine Fahrschule suchen

Ich weiß nicht, wer sich so etwas ausdenkt.

Das Führerscheinrecht ist kompliziert! Es gibt dutzende Varianten und Möglichkeiten, für die sich ein Schüler entscheiden muss. Und das schon bei Antragstellung. Die Konsequenzen, die die Entscheidung mit sich bringt, ob ich B197 oder den klassischen B-Schaltführerschein mache, weiß das Verkehrsamt leider nicht; die Fahrschulen schon.

Den extrem hohen Beratungsaufwand, den es hat, um sich für die richtige Führerscheinklasse oder die passende Schlüsselzahl zu entscheiden (abgesehen von den damit verbundenen verschiedenen Kosten), kann ein Verkehrsamt nicht leisten - eine Fahrschule schon.

In meiner Fahrschule planen wir für eine Erstberatung 60 Minuten. Und das ohne Anmeldeprozess.

Also, liebe "Experten" und Politiker: Durchdenkt, was ihr da entscheiden wollt und wem ihr damit einen Gefallen tut.

Die Fahrschule nicht zur ersten Anlaufstelle zu machen, ist nicht nur "zu kurz gedacht", sondern zeugt von Realitätsferne.


- "Laienausbildung"

Ich mach mich jetzt bei meinen Kollegen mal unbeliebt!

Ich finde das gut. Zu lange hatte ich Diskussionen und Angriffe über die Anzahl von Fahrstunden mit Schülern und Eltern. Das Kind kann es teilweise einfach noch nicht und die Eltern drücken auf die Prüfung, weil langsam aber sicher das Geld knapp wird. Nur zu gern würde ich sagen dürfen: "Ok, fahren Sie eigenverantwortlich mit Ihrem Kind mitten durch Hamburg - mit Ihrem Auto. Bitte, nur zu!" Viele Situationen würden sich so in Luft auflösen.

Derzeit darf ich das nicht, und das neue "Laienmodell" bietet auch nicht genau diese Möglichkeit.

Aber ich mache das auch nicht erst seit gestern. Es ist schon auch ein bestimmtes Klientel, das auf solch ein Ausbildungskonzept anspringen würde. Und warum sollen die das dann nicht dürfen? Ich bezweifle, dass die Schüler in den Großstädten davon Gebrauch machen würden, aber die Schüler auf dem Land ...? Die hätten sicherlich eine Ersparnis. Warum also nicht.


Wer sich den Gesetzesentwurf diesbezüglich genauer anschaut, dem wird allerdings durchaus Angst und Bange. Nach 6 x 45 Minuten soll der Schüler eigenverantwortlich das Fahrzeug fahren - Eingriffsmöglichkeiten durch den "Fahrpraxisanleiter", wie die Begleitperson genannt wird, sind natürlich verboten, da dies rein offiziell einem gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr gleichkommt, also einer Straftat. Nach sechs Fahrstunden? Sorry! Nicht wenige bekommen es nach drei Doppelstunden gerade mal hin, allein den Fahrstreifen zu halten.

Ist das eine provokative Aussage? Vielleicht, aber wer das nicht glaubt, sollte mal einen Fahrlehrer, der aktiv in einer Großstadt schult, nach seinen Erfahrungen befragen - keinen "Experten". Oder besser noch, Menschen, die solche Gesetze vorschlagen, sollten mal in den ersten 3 Doppelstunden bei einem Schüler mitfahren. Wenn Interesse besteht und Sie sich das trauen, fragen Sie mich gern.

Und wer denkt, dass dies den Führerschein billiger macht (immerhin werden ja durchaus Fahrstunden eingespart), der möge vor einem endgültigen Urteil mal seine KFZ-Versicherung befragen, was es kostet, diese 1000 km Fahrpraxis zu versichern. Von den finanziellen Folgen und menschlichen Tragödien etwhiger Unfälle möchte ich hier nicht anfangen.


Fazit: Laienausbildung kann durchaus etwas sein, das funktionieren könnte. Ich denke schon, dass es Menschen geben wird, die dieses Modell ausprobieren würden. Allerdings nicht so, wie es derzeit vorgeschlagen wird; so ist es zu teuer und zu gefährlich.


- Kürzung und Vereinfachung der theoretischen Prüfung

Weniger Fragen in der Theorie? Ich glaube nicht, dass das irgendjemand kritisieren wird. Nicht die Fahrschulen und schon gar nicht die Schüler.

Es sollen Fragen wegfallen. Das ist gut, aber bitte die Richtigen. Der Fragenkatalog besteht aus zu vielen Fragen, die absichtlich in die Irre führen und das plumpe Auswendiglernen fördern. Man sollte Fragen haben, bei denen es erlaubt ist, Sinn und Verstand zu nutzen, und die nicht auf der Grundlage erstellt wurden, den Schüler zu verwirren.


Das vereinfachte Bewertungssystem begrüße ich zu 100 %. Wird das die theoretische Prüfung einfacher machen?

Das wage ich zu bezweifeln. Es gibt weniger Fragen, ja, aber die Auswertung dessen ist letztlich strenger, weil nur noch höchstens ein Fehler erlaubt ist. Derzeit gibt es zwar mehr Fragen, aber die Schüler können sich deutlich mehr Fehler leisten. Einfacher wird es also nicht - aber das Bewertungssystem ist tatsächlich transparenter und somit leichter zu verstehen.


Wenn man bedenkt, dass es häufig die Theorie ist, an der die Schüler scheitern, darf man also nicht denken, dass die Reduzierung der Fragen den Führerschein billiger macht. Ich denke eher, dass die Durchfallquote hier steigen wird, da  ja durch den Wegfall des Theorieunterrichts und der Ermittlung der Prüfungsreife in der Theorie durch die Fahrschule ein echter Kontrollfaktor gestrichen wird. Wir reden hier also von einem Bereich, von dem wir jetzt schon wissen, dass er vielen Schülern Probleme bereitet. Dem Schüler mehr Verantwortung zu geben, ist sicherlich eine gute Idee. Ob die funktioniert, bleibt allerdings abzuwarten.

Sicherlich gibt es Schüler, die das gut finden! Für die anderen werden die Fahrschulen ganz sicher Hilfestellungen anbieten, die dann aber extra bezahlt werden müssen. Sehen wir das aber positiv. Auch wenn das zusätzliche Kosten verursacht, ist es doch eine gezieltere Hilfe, von der die Schüler durchaus einen spürbaren Mehrwert haben.


- Ermittlung und Verifizierung der praktischen Prüfungsreife

Sind wir ehrlich - das ist jetzt auch schon so. Auch wenn das vielleicht nicht alle Fahrschulen praktizieren.

Durch den Wegfall des theoretischen Unterrichts, die Kürzung der besonderen Ausbildungsfahrten und das Streichen der Verantwortung der Fahrschule für die Prüfungsreife in der Theorie; gewinnt dieser Aspekt allerdings neue Wichtig- und Wertigkeit.

Und auch hier gibt es wieder zwei Seiten: Der oder die pfiffige Fahrschüler:in, für die ist das super. Für solche Schüler wird der Führerschein in der Tat billiger. Für Fahrschüler, die sich schwer tun, für die kommt es jetzt dicke.

Denn der Fahrlehrer muss jetzt persönlich für die tatsächliche Prüfungsreife geradestehen. Laut Gesetzesentwurf auch der angestellte Fahrlehrer - nicht nur der Chef. Und das ist ganz sicher ein Zugewinn. Denn jetzt zeigt sich, was der Schüler kann. Und wenn dieser an dieser Stelle nicht performt, sprich Prüfungsreife wirklich zeigt, kommen so viele zusätzliche Fahrstunden, bis der Schüler dies demonstrieren kann - und zwar dem Fahrlehrer. Vorher gibt es keine Prüfung.

Macht das den Führerschein billiger als jetzt? Ehrlich! Ich bezweifle das.

Dies ist nur gut für echte Performer, aber die können auch heute schon viele Fahrstunden sparen.


- Verkürzung der praktischen Prüfung

Diesen Vorschlag finde ich aus zwei Gründen gut:

A) Die Aufmerksamkeitsspanne der Schüler wird immer kürzer. Ein durchschnittliches TikTok-Video dauert 10 Sekunden. Und auch wenn ich jetzt provoziere: Selten ist die Aufmerksamkeitsspanne länger. Von Schülern heutzutage zu verlangen, fast 60 min volle Konzentration zu haben und fast eine Stunde ständig Entscheidungen zu fällen und umzusetzen, ist für viele eine Herkules-Aufgabe. Fragen Sie mal einen Fahrlehrer oder Prüfer: Die letzten 10 Minuten sind die Schlimmsten. Eine Verkürzung der Prüfzeit auf 40 Minuten ist für viele Schüler eine positive Veränderung. Ich frage mich nur, warum man hier nicht wieder auf 45 Minuten geht. Das hatten wir lange und ist die Zeiteinheit der Fahrschulen.

B) Der TÜV kann mehr Prüfungen pro Tag anbieten. Für mich persönlich hat dieser Umstand die größte Wertigkeit. Leider bekommt es der TÜV Hanse in Hamburg nicht hin, dem Prüfungsbedarf der Fahrschulen nachzukommen. Dutzende Gespräche und Beschwerden haben daran nicht wirklich was geändert. Ich würde dem TÜV hier nicht vorwerfen, dass dieser sich nicht bemüht, und viele Mitarbeiter des TÜV machen das Beste daraus, allerdings ist die Firmenphilosophie des TÜV Hanse auf Knappheit ausgerichtet.


Wird die praktische Prüfung durch die Verkürzung der Prüfzeit einfacher? Ganz sicher nicht!

Auch wenn der Schüler sich nicht mehr so lange konzentrieren muss, hat der Prüfer schlichtweg weniger Zeit, sich einen Eindruck vom Können des Schülers zu machen. Die Prüfungsrichtlinie wird in diesem Zuge nicht verändert. Der Prüfer hat also weniger Zeit und wird Fehler des Schülers gezwungenermaßen strenger bewerten müssen, da er es sich nicht leisten kann, in Zweifel nocheinmal zu einer andern, ähnlichen Stelle zu fahren.

Zu denken, dass die Verkürzung den Führerschein billiger macht, ist tatsächlich blauäugig. Bedenke man bitte, dass nur das Durchfallen durch die praktische Prüfung häufig so teuer ist wie +/- 6 Fahrstunden.


- Veröffentlichung der Bestehensquote und der Preise der Fahrschule

Grundsätzlich finde ich das eine gute Idee. Ich habe meine Preise auf meiner Homepage veröffentlicht und bin weit und breit allein damit. Ich bevorzuge Transparenz. Was soll die Geheimniskrämerei?

Die Fahrschulen dazu zu verpflichten, finde ich allerdings fragwürdig. Dies stellt einen großen und lauten Startschuss dar, Mittel und Wege zu finden, gut darzustehen, was am Ende doch nicht der Realität entspricht.

Letztlich wird wahrscheinlich nur die Wettbewerbszentrale davon profitieren. Und damit ist niemandem geholfen.


Die Bestehensquote zu veröffentlichen, finde ich grundsätzlich auch gut.

Wie aussagekräftig das am Ende ist, wird sich rausstellen.

Wir laufen dadurch Gefahr, dass bestimmte Klientel, die von Haus aus eine hohe Durchfallquote haben, gar keine Fahrschule mehr finden werden, weil sich keiner die Quote verhageln will. Man darf nicht vergessen, dass es für einige teilweise jetzt schon schwer ist, eine Fahrschule zu finden. Das wird diese Situation verschärfen.

Und letztlich ist dies auch ein perfektes Beispiel, wo die Politik Gutes für den Verbraucher machen möchte, die Rechnung aber ohne den Unternehmer macht.

Wir dürfen uns doch ganz sicher sein, dass die "schwarzen Schafe" hier Möglichkeiten finden werden, um auf den ersten Blick gut dazustehen. Kennen wir so etwas nicht von den Banken mit der "Bad Bank"?


- wann tritt das neue Gesetz in Kraft?

Und an dieser Stelle möchte ich lautstark, mit Tröten und Trompeten, meine größte Kritik loswerden.

Dass die Politik die Fahrschulbranche solch einem Eiertanz aussetzt, gleicht leider einer Frechheit.

Es ist davon auszugehen, dass vor Dezember niemals eine Einigung zustande kommt. Und dann sollen wir als Fahrschulen innerhalb von 2/3 Wochen eine Veränderung dieses Ausmaßes "hinzaubern"?

Und ob die Politik das bis Dezember hinbekommt, ist bei dem derzeitigen Affentheater auch zu bezweifeln.


Ich fordere also alle Politiker, die mit dieser Reform zu tun haben, auf, mal etwas aufs Gas zu treten.

Diese Hängepartie kann sich niemand leisten!


All dies ist meine persönliche Meinung.

Ich bin zwar Mitglied des Fahrlehrerverbands Hamburg, diese Ausführungen stellen aber nicht die Meinung des Verbandes dar, sondern meine persönliche. Die Meinung der Basis, eines Fahrlehrers und Chefs, der möchte, dass seine 8 angestellten Fahrlehrer ihren Job behalten (und zwar bei mir) und der seinen Betrieb wirtschaftlich weiterführen möchte.

Die Ausbildung zum Führerschein zu vereinfachen, zu entschlacken und transparenter zu machen, ist ganz sicher eine gute Idee. Sich hinzustellen, den "billigen Führerschein" zu propagieren und solch einen Gesetzesentwurf vorzulegen, passt leider nicht zusammen. Am Ende sollten wir ehrlich bleiben.


Reginald Gerlach

Inhaber Fahrschule Winterhude



Hinweis:

Ich bevorzuge eine flüssige und gebräuchliche Sprache in Schrift und Wort. Daher verzichte ich in diesem Artikel auf's Gendern. Dies wäre zwar dem Zeitgeist geschuldet und wäre politisch korrekt, macht für mich aber den Text kaputt.

Jede Person, die dies liest, darf sich angesprochen fühlen - egal ob weiblich, männlich oder divers. Ich betrachte alle Menschen mit gleichen Rechten und freier Wahl der Lebensführung. Und auch wenn es mal "Fahrschüler" heißt, meinen wir dies geschlechtsneutral, da alle Mitarbeiter in unserer Fahrschule jede Person mit dem gleichen Respekt behandeln!




von Reginald Gerlach • 25. August 2026
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von Reginald Gerlach • 25. August 2026
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von Reginald Gerlach • 10. Januar 2026
Wenn der Winter über Hamburg einbricht, kommt es immer wieder vor, dass wir gefragt werden: Finden die Fahrstunden statt? Die Antwort ist klar und deutlich – JA! Sie finden statt. Fahren wir bei Schnee, weil wir leichtsinnig sind, kein Gefahrenbewusstsein haben oder einfach das Geld wollen? Auch hier eine klare Antwort: Nein! Ganz sicher nicht. Für alle die es interessiert, warum wir fahren, möchte ich an dieser Stelle eine kurze Erklärung geben: Alle Fahrlehrer unserer Fahrschule sind erfahrene Autofahrer, die allesamt bereits mehrere Winter im Straßenverkehr miterlebt haben. Keiner von Ihnen redet über das Fahren im Winter auf einer theoretischen Basis. Hier gibt es fundiertes Wissen. Zudem sind alle Fahrlehrer bei Sicherheitstrainings gewesen, die das Fahren unter Extrembedingungen geübt haben. Wir wollen nicht eingebildet rüberkommen, du darfst dir aber unserer Expertise sicher sein. Es wird zu keiner Zeit unsicher im Auto, darauf achten wir. Das Fahren bei Schnee erfordert ein anderes Fahrverhalten als das Fahren bei trockener und freier Strecke. Immer wieder wird darüber gesprochen, es gibt Dutzende Videos bei YouTube und ganze Bücher haben sich diesem Thema gewidmet. Auch die Fahrschulen thematisieren das Fahren im Winter im theoretischen Unterricht. Wenn es aber darum geht, dass der Schnee wirklich da ist, wird dem einen oder anderen Angst und Bange – und das vielleicht sogar zu Recht. Vielleicht ist man noch nie bei Schnee gefahren, vielleicht hat man schon schlechte Erfahren im Winter gesammelt. Dass man dann Bedenken bekommt, ist doch mehr als verständlich! Die Fahrstunde deshalb abzusagen ist allerdings kontraproduktiv. Nutze doch die Gelegenheit, unter Anleitung mit Hilfe eines Profis die Besonderheiten kennen zu lernen. Der ein oder andere erkennt vielleicht sogar, warum ein, in der Vergangenheit erlebter Unfall passiert ist, und kann durch diese neue Erfahrung zukünftige Unfälle verhindern? Keiner sollte sich also die Gelegenheit entgehen lassen, solch eine Fahrstunde zu fahren. Im Gegenteil.
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von Reginald Gerlach • 20. August 2023
Wann ist die beste Zeit, um sich für den Motorradführerschein anzumelden? Wer sich für den Motorradführerschein anmeldet, tut dies in der Regel, wenn die Sonne scheint und die Temperaturen im zweistelligen Bereich sind. Man sieht andere Zweiradfahrer, wie sie das gute Wetter ausnutzen und das Gefühl, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist, kann nicht mehr unterdrückt werden. Häufig trägt man diesen Gedanken eh schon seit Wochen mit sich herum, und so fällt die Entscheidung oft spontan - jetzt ist es soweit! Gesagt, getan! Und so sucht man sich eine Fahrschule aus, bei der man sich dann anmelden möchte. Nur leider kommt dann zu häufig das böse Erwachen. Abgesehen von der Tatsache, dass die Kosten für den Führerschein in den letzten 3 Jahren schier explodiert sind und es einfach keine Prüfplätze beim TÜV gibt, stellen die meisten Interessenten fest, dass es nahezu utopisch ist den Motorradführerschein in 6 bis 8 Wochen zum Abschluss zu bringen. Und ja, es stimmt. Fahrschulen werden derzeit von Schülern überrannt. Es gibt meistens nicht genügend Personal, seit Corona sind die Preise enorm gestiegen, es gibt Lieferengpässe von Fahrzeugen und fast keine mir bekannte Fahrschule erhält so viele Prüfplätze beim TÜV, wie sie es bräuchte. Was Motorradfahrschüler manchmal auch nicht bedenken ist, dass der Großteil der Klasse A - Schüler zur arbeitenden Bevölkerung gehören und die Zeit zum Feierabend und am Wochenende nur begrenzt Fahrstundentermine zuläßt - und nicht alle Fahrlehrer arbeiten Samstags. Wenn man jetzt noch in Betracht zieht, dass die Motorradausbildung meistens in der allgemeinen Urlaubszeit stattfindet und die Schüler und Fahrlehrer auch nicht immer zeitgleich ihren Urlaub nehmen, so ist, bei mangelnder Koordination zwischen Schüler und Fahrschule, nicht immer von einer harmonischen Zeit in der Fahrschule auszugehen. Wann ist also der beste Zeitpunkt für die Anmeldung in der Fahrschule? Grundsätzlich läßt sich sagen: je besser man plant, desto mehr spielt der genaue Zeitpunkt gar keine Rolle. Ziehen wir das Pferd von hinten auf. Wenn ich eine Motorradtour mit meinen Freunden plane ohne den dazugehörigen Führerschein im Portemonnaie liegen zu haben, bin ich gut beraten mir genügend Informationen früh genug zu besorgen, um nicht in Stress zu geraten.
von Reginald Gerlach • 2. Januar 2019
Prüfungen stellen eine besondere Drucksituation dar. Und der damit verbundene Stress wird unterschiedlich wahrgenommen und verarbeitet. Ganze Bücher füllen dieses Thema: Prüfungen! Viel wurde darüber gesagt & noch viel mehr wird noch kommen. Wir als Fahrschule haben ebenfalls sehr viel damit zu tun, weshalb wir es uns erlauben darüber etwas zu sagen. Grundsätzlich ist festzuhalten, dass man ausgebildet sein muss, um eine Prüfung zu bestehen! Wer nicht fertig ausgebildet ist, braucht Glück! Und wer Glück braucht bekommt es meistens nicht. Wer die Ausbildung vollständig absolviert hat, ist zwar nicht mehr auf das Glück angewiesen, doch muss immer noch in der Lage sein, dieses Können zu demonstrieren. Und das stellt manchmal durchaus ein Problem dar. Eine gute Ausbildung bereitet den Schüler im Falle einer Führerscheinprüfung auch auf die Prüfung und den damit verbundenen Druck vor. Fehlt dieser Aspekt in der Ausbildung, so schmälert dies den Erfolg in der Prüfung. Die folgenden Tipps für die praktische Fahrprüfung sind über die Jahre entstanden und alle haben sich in der Praxis bewahrheitet. Diese Tipps sind nicht durch wissenschaftliche Studien, sondern durch Erfahrung belegt.
von Reginald Gerlach • 15. Dezember 2018
Grundlegendes Ausbildungsprinzip Eine der grundlegendsten Grundlagen in der Ausbildung überhaupt ist, das Prinzip mit dem leichten anzufangen und dem schweren aufzuhören. Pädagogen und Ausbilder, die dieses Grundprinzip in ihren Lehren und Unterrichten nicht durchdacht in Anwendung bringen scheitern in größerem oder kleinerem Ausmaß mit den Resultaten ihrer Schüler. Für mich persönlich ist das einer der drei Hauptsäulen einer erfolgreichen Ausbildung. Ich möchte die verschiedenen Schwierigkeitsgrade in der heutigen Fahrausbildung einmal aus meiner Sicht beleuchten: Was macht ein durchschnittlicher Fahrschüler heutzutage in den ersten Fahrstunden? Er lernt das Fahrzeug, den Sitz, die Schaltung und seine Bedienelemente kennen. Soweit so gut. Als nächstes kommen in der Regel Kupplungs- und Schaltübungen. Schleifpunkt, Tastgeschwindigkeit, Schrittgrschwindigkeit, Gas-Kupplungsspiel, Anfahren in der Steigung, Gefälle, Motorbremse - das volle Programm. Dann hochschalten, zurückschalten, Gänge in Reihenfolge schalten, Gänge überspringen, Brems- und Lenkübungen. Zu allem Überfluss wird das auch noch gern in einer Zone 30 gemacht, da dies als verkehrsberuhigter Raum ja ideal erscheint. Dass der Fahrschüler hier schon „Rechts vor Links“ Situationen bewältigen muss, Fahrstreifenwechsel machen muss, um an geparkten Fahrzeugen vorbei zu kommen, Engstellen, unübersichtliche Situationen meistern muss und nebenbei mit Fahrradfahrern, Fußgängern und spielenden Kindern umgehen muss, wird billigend in Kauf genommen, da hier ja „nicht so viel los“ ist. Und selbst für den Fall, dass der Fahrschüler an einem Fahrlehrer gerät, der ihm diese Tortur erspart und eher größere Straßen fährt, ist der Fahrschüler auch hier Abbiegevorgängen, Fahrstreifenwechseln, verschiedenen Geschwindigkeitsvorschriften, Zebrastreifen, Fahrradfahrern, gelben und roten Ampeln sowie auf der Straße parkenden Paketdiensten ausgesetzt. Es gibt nur sehr wenige Fahrschulen, die örtlich so ideal gelegen sind, dass derartige „Störfaktoren“ ausgeschaltet sind und der Fahrschüler sich ausschließlich auf die behandelten Übungen konzentrieren kann. Aber selbst in solch einem „idealen“ Umfeld kommen in der Regel als nächstes Verkehrssituationen, die den Fahrschüler häufig zurück in die Fahrzeugbedienung werfen, mit der er häufig doch noch überfordert ist. Und so scheint es das Schicksal des heutigen Fahrschülers zu sein, dass er eigentlich ständig 5 Sachen auf einmal machen muss und sich häufig noch anpflaumen lassen muss, wenn er in diesem ganzen Tohuwabohu mal ein Schild, einen anderen Verkehrsteilnehmer oder eine Ampel übersieht. Na dann gute Nacht Marie! D  er Fahrsimulator bietet hier einen Schwierigkeitsgrad davor! Hier hat der Fahrschüler die Möglichkeit ohne Drängler von Hinten, der Gefahr einen Unfall zu haben oder anderen Störfaktoren in Ruhe alle Handlungsabläufe „trocken“ üben kann. Leider bieten nicht alle Fahrschulen diese Möglichkeit an und die Fahrschulen, die diesen Service haben, stellen immer wieder fest, dass viele Fahrschüler dies als Unnötig empfinden. Leider! Wir haben es hier also mit einem extrem grundlegenden Fehler in der heutigen Fahrausbildung zu tun. Einem sehr grundlegenden Fehler, da wir als Fahrlehrer eigentlich ständig mit der Überforderung und dem fehlenden Überblick des Fahrschüler konfrontiert sind.
von Reginald Gerlach • 4. Juni 2018
Nun hatte ich kürzlich wieder einen Fahrlehreranwärter, der seine Ausbildung in einer anderen Ausbildungsfahrschule aufgrund einiger Differenzen abgebrochen hatte und bei mir in der Fahrschule um Hilfe bat, dessen Ausbildung zu einem glücklichen Ende zu bringen. Warum Fahrlehreranwärter ihre Ausbildung bei mir nie von Beginn an absolvieren, sondern immer nur auftauchen, wenn sie jemanden brauchen, der ihnen wirklich dabei hilft ihre Ausbildung fertig zu bekommen, weiß vielleicht nur die Konkurrenz oder der liebe Gott. Obwohl meine Bestehensquote in der Fahrlehrerausbildung bei 100% liegt. Sei's drum! Über meine Erkenntnis, die ich dabei im Nachhinein hatte, möchte ich kurz berichten. Fahrlehrerinnen & Fahrlehrer müssen in einer "Ausbildungsfahrschule" eine Praktikumsphase absolvieren, in der sie unter Anleitung eines ausgebildeten und erfahrenen Ausbildungsfahrlehrers angeleitet und darin geführt werden, wie man korrekt Fahrschülerinnen und Fahrschüler ausbildet. Diese Praktikumsphase soll im Regelfall 4 Monate dauern. Dies ist zwar knapp bemessen, ist aber die Vorgabe. Da ich in der Tat nur Anwärter bei mir in der Fahrschule hatte, die mit ihrer Ausbildung woanders gescheitert sind, hatte ich mich schon des öfteren gefragt, wie es sein kann, dass diese Praktikanten es sich gefallen lassen, nicht ausgebildet zu werden. Ich kenne zu viele Beispiele, wo der Fahrlehreranwärter nur ein Bruchteil von dem hospitiert hat, was verlangt wird und nur wenig bis gar keine Anleitung bekommen hat. Wahrscheinlich fühlen sie sich geschmeichelt, wenn der Ausbildungsfahrlehrer ihnen einen Autoschlüssel in die Hand drückt und sagt: „Mach!". Vielleicht denken sie: "oh, ich mach das wahrscheinlich schon so gut, dass er gar nicht mehr zuschauen muss ..." Lieber Anwärter! Die Quittung für deine falsche Einschätzung und diese fehlende Anleitung, die gerade in der Anfangsphase elementar und wegführend ist, bekommst du kurz vor den Lehrproben, wenn du merkst was dir alles fehlt um diese Prüfungen zu bestehen! Davon, welche Auswirkungen dies auf deine spätere Berufslaufbahn hat, möchte ich gar nicht anfangen. Ja, irgendwie kommt es mir so vor als wenn das Kriterium für einen Praktikanten, ob er nun ausgebildet wird oder nicht darin besteht, ob der Ausbildungsfahrlehrer freundlich ist und Fragen beantwortet wenn man mal welche hat. Die Realität ist selbstverständlich eine völlig andere. Klar ist es das mindeste freundlich behandelt zu werden und Fragen beantwortet zu bekommen! Aber! - das ist nicht das wofür die Praktikumsphase in der Ausbildungsfahrschule da ist! Sie ist dazu da, dich in diesen Beruf einzuführen und dir bei der praktischen Umsetzung dieser ganzen Theorie und den Gesetzen sowie Verordnungen zu helfen, die du vorher reingedrückt bekommen hast. Es geht um einiges mehr, als nur darum ein paar auftauchende Fragen beantwortet zu bekommen! Liebe Fahrlehreranwärterin, lieber Fahrlehreranwärter: Sei weise in der Wahl deiner Ausbildungsfahrschule. Nimm nicht unbedingt die, die bei dir um die Ecke ist. Nicht unbedingt die, die groß oder klein ist. Nicht unbedingt die, die einen coolen Eindruck macht, besonders jung oder alt ist oder gar mit fragwürdigen Deals um die Ecke kommt. Frage auch nicht unbedingt die selbstständigen Fahrlehrer - jeder ist von sich und (manchmal) nur von sich überzeugt. Fragt auch nicht mich! Auch ich bin von mir überzeugt. Die Fahrschulwelt ist klein und es ist erstaunlich wie sehr einige den anderen nicht das Schwarze unter den Fingernägeln gönnen. Ich kenne Propaganda über Fahrlehrer, in der deren Privatleben genutzt wird um ein schlechtes Bild zu streuen. Die Fahrlehrerausbildungsstätten sind auch nicht zwangsläufig ein guter Ratgeber, da sie keine Fahrschule bevorteilen oder gar schwarze Schafe anprangern dürfen. Die Ausbildungsstätten kommen mit sowas in teufels Küche. Ähnlich ist es für die Fahrlehrerverbände. Nein, findet angestellte Fahrlehrer, vorzugsweise welche, die selbst gerade erst durch ihre Ausbildung durch sind. Lasst euch über deren Erfahrung berichten! Wie sehr wurde ihnen geholfen? Hat man sie wirklich angeleitet und am Ende dabei geholfen durch ihre Lehrproben zu kommen? Holt euch Informationen, keine Gerüchte. Es gibt gute Fahrlehrer und gute Ausbildungsfahrlehrer! Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer, die auch nach Jahren immernoch gern ausbilden und sich daran erfreuen, wenn sie anderen etwas beigebracht haben, was dieser vorher noch nicht konnte. Man muss sie manchmal nur suchen und finden.
von Reginald Gerlach • 6. Januar 2018
An was denken Sie, wenn Sie an „Fahrlehrer“ denken? An Quälereien mit der Kupplung? Parken? An Typen, die ihre Hände nicht unter Kontrolle halten können? Oder an blöde Sprüche, die alle gängigen Klischees über Männer und Autos sowie Frauen und Parken in voller Bandbreite bedienen? Denken Sie an Theorie-Unterricht, der mehr eine langweilige Pflichtveranstaltung war, in der das größte Highlight ein guter Witz war? An Fahrstunden, nach denen Sie dachten: Jetzt kann ich gar nichts mehr, oder an: Habe ich heute eigentlich was gelernt? Kann es auch sein, dass sie Fahrlehrer für Menschen halten, die dem Fahrschüler nur das Geld aus der Tasche ziehen wollen? Desinteressierte, mißemotionale Typen, wo man froh ist, sie nie wieder sehen zu müssen? Oder denken Sie dabei an Menschen, von denen Sie das Gefühl hatten, dass sie ein echtes Interesse daran hatten, Ihnen etwas beizubringen? Typen, von denen Sie merkten, dass ihr Tun mit Sinn und Verstand durchstrukturiert war, die Sie und Ihre Schwierigkeiten beim Erlernen des Autofahrens ernst genommen haben und Ihnen wirkliche Hilfe zukommen ließen? Denken Sie dabei an Menschen, die spürbar bemüht waren, gute Arbeit zu leisten und mit denen Sie als Team zusammen daran gearbeitet haben, das Fahren nicht nur zu erlernen, sondern auch die Prüfung tatsächlich zu schaffen? Wenn zweiteres auf Sie zutrifft, sind Sie zu beglückwünschen, da Sie in diesem Falle mit Sicherheit eine gute Fahrlehrerin oder Fahrlehrer erwischt hatten!
von Reginald Gerlach • 14. September 2017
Serie: Was ist ein guter Fahrlehrer/In? #3 Diese kleine Mini-Serie soll das Thema: Was ist ein guter Fahrlehrer/In? behandeln. Da diese Frage nicht leicht zu beantworten ist und 10 Menschen 12 verschiedene Meinungen darüber haben, versuche ich dieses Thema grundlegend, menschlich und pädagogisch anzugehen. Es gibt natürlich verschiedene Aspekte. Heute geht es um Konzept und Struktur in der Ausbildung - ein überaus wichtiger Teil einer jeden Ausbildung!