Fahrschulreform 2027
Im Jahre 2027 soll es eine Reform in der Fahrschulausbildung geben!
Die Presse ist voll davon.
Die Regierung erklärt, dass der Führerschein billiger werden soll. Ich möchte als "Dienstleister am Ende dieser Kette" einmal Stellung dazu nehmen und darüber informieren, was der Stand der Dinge Mitte Oktober 26 ist, und möchte meine Sicht der Dinge darlegen. Schließlich gehöre ich mit zu den Leuten, die dies am Ende ausbaden müssen.
Viele Fahrschülerinnen und Fahrschüler sind derzeit verunsichert und wissen nicht ob, sie sich jetzt anmelden sollen oder nicht.
Zuerst einmal hierzu ein Statement an alle, die noch einen Führerschein brauchen und überlegen, ob sie sich jetzt oder im nächsten Jahr anmelden sollen:
Statement:
Der Stand der Dinge, Stand heute, ist: NICHTS IST BESCHLOSSEN und KEINER WEISS, WAS KOMMT!
Dessen sollte man sich schon mal bewusst sein.
Wer einen Führerschein braucht, sollte in der Tat nicht warten. Das ist verschenkte Zeit.
Wir als Dienstleister werden erst reagieren, wenn wir Fakten haben, und jedermann darf sich sicher sein, dass wir einen Impuls haben, zu überleben! Ja, der Führerschein ist teuer - allerdings macht uns dies nicht zu reichen Menschen. Wenn Leistungen durch den Gesetzgeber gestrichen werden, von denen wir leben, wird es Reaktionen der Fahrschulbranche geben, da man nicht durch ein Gesetzgebungsverfahren eine ganze Branche in den Ruin treiben kann. Das Portfolio der Fahrschulen wird sich dann sicherlich ändern, allerdings werden die dann angebotenen Leistungen so kalkuliert sein, dass wir A) überleben und unsere Rechnungen zahlen können und B) kein Mitarbeiter entlassen werden muss.
Man kann also schon mal davon ausgehen, dass der Fahrstundenpreis angeglichen wird und neue Leistungen entsprechend kalkuliert werden.
Wer also einen Führerschein braucht, sollte sich eher jetzt anmelden als zu warten, da er sich damit die jetzigen Preise sichert!

Dann möchte ich einen Überblick über die geplanten und angesprochenen Neuerungen geben und Stellung dazu nehmen; sowie aus der Sicht eines Fahrschul-Unternehmers bewerten:
- Wegfall des theoretischen Unterrichts
Der gesetzlich vorgeschriebene Theorieunterricht soll ersatzlos gestrichen werden.
Ja, diese recht große Position in der Kalkulation einer Fahrschule fällt dann weg und der Fahrschüler muss sich die Grundlagen des Straßenverkehrs selbst beibringen.
Ist das unbedingt schlecht? Aus meiner Sicht: Nein!
Wenn der Gesetzgeber sich hier zu diesem Schritt durchringen kann, bietet dieser Wegfall Nachteile für Fahrschüler und Fahrschule, aber auch Chancen, die man nicht ignorieren sollte.
Ja, unsere Erfahrung zeigt, dass das eigene Heimstudium der Fahrschüler häufig für die Katz ist und außer "Auswendiglernen" ohne Praxisbezug nichts übrig bleibt. Das ist häufig so, aber nicht immer.
So wie es geplant ist, profitieren ein ganz kleiner Teil der Fahrschüler von solch einer Regelung. Für die meisten wird diese Neuerung in den inhaltlichen Konsequenzen aber von Nachteil sein.
Und ja, der theoretische Unterricht erfreut sich selten größerer Beliebtheit und auch die Fahrschulen sollten dies einmal kritisch für sich selbst hinterfragen, warum das so ist.
Es bleibt aber die Tatsache, dass die meisten beim Homeschooling versagen, was den Wissenserwerb angeht, der eigentlich in einer Anwendung resultieren sollte, es aber häufig nicht tut. Dieses Defizit muss jedoch in einer Ausbildung berücksichtigt werden, die darauf aufbaut, dass der Schüler nicht mehr für den theoretischen Gesamtüberblick in die Fahrschule kommen wird.
Es wird also darauf hinauslaufen, dass bei einem Wegfall des Theorieunterrichts die Fahrschulen gezielt Unterrichte anbieten werden, die darauf abzielen, gewisse Grundlagen beim Schüler zu installieren.
Solch ein Service wird mit Sicherheit extra Geld kosten, allerdings wäre ein Vorteil, dass dies eine gezielte Ausbildung ist, von der der Schüler einen spürbaren Mehrwert hat. Ob dies dann in Präsenz, digital oder sonstwie gemacht wird, bleibt der Fahrschule überlassen, was gut ist.
Die neueste Diskussion, dass der Gesetzgeber nun doch 6 Unterrichtseinheiten in der Theorie vorschreiben will, ist überhaupt keine gute Idee, weil dann wieder Vorgaben getätigt werden, die sich Funktionäre und Politiker ausdenken, die keine Ahnung von der Basis und der Realität haben. Hier sehe ich überdies einen echten Wettbewerbsvorteil der Fahrschulen, die einen hohen Anspruch daran haben, ihre Schüler so auszubilden, dass sie nicht nur fahren können, sondern auch die Prüfung bestehen.
Also liebe Politiker, wenn der Theorieunterricht wegfallen soll, dann bitte ganz!
- Kürzung der besonderen Ausbildungsfahrten
Meine Meinung: BRAVO!
Ich musste teilweise Überlandfahrten fahren, obwohl die Schülerin oder der Schüler dies hervorragend konnte.
Und sind wir ehrlich. In der PKW-Ausbildung waren mir 4 Autobahnfahrten tendenziell etwas zu wenig und 5 Überlandfahrten etwas zu viel. Andersherum bei der Motorradausbildung. Da waren mir 4 Autobahnstunden etwas zu viel und die Landstraße etwas zu wenig.
Dass ich das in Zukunft, je nach Können des Schülers, selbst entscheiden darf, finde ich persönlich hervorragend!
Auch wann ich die Sonderfahrten fahre: Hier hängt es doch auch nicht selten vom bereits vorhandenen Können des Schülers ab, wann ich was fahre. Diesen Vorschlag begrüße ich persönlich zu 100%.
Aber ein Hinweis für die Fahrschüler: OBACHT! Landstraße, Autobahn und Dunkelfahrten werden trotzdem gefahren, und zwar, bis die dazugehörige Fahrkompetenz dem Fahrlehrer demonstriert wurde. Ob der Führerschein also durch die Kürzung der Sonderfahrten billiger wird, hängt dann zu einem nicht so kleinen Teil von der Mitarbeit und dem aufgebrachten Interesse des Schülers ab.
- Der Schüler muss erst nach bestandener Theorieprüfung eine Fahrschule suchen
Ich weiß nicht, wer sich so etwas ausdenkt.
Das Führerscheinrecht ist kompliziert! Es gibt dutzende Varianten und Möglichkeiten, für die sich ein Schüler entscheiden muss. Und das schon bei Antragstellung. Die Konsequenzen, die die Entscheidung mit sich bringt, ob ich B197 oder den klassischen B-Schaltführerschein mache, weiß das Verkehrsamt leider nicht; die Fahrschulen schon.
Den extrem hohen Beratungsaufwand, den es hat, um sich für die richtige Führerscheinklasse oder die passende Schlüsselzahl zu entscheiden (abgesehen von den damit verbundenen verschiedenen Kosten), kann ein Verkehrsamt nicht leisten - eine Fahrschule schon.
In meiner Fahrschule planen wir für eine Erstberatung 60 Minuten. Und das ohne Anmeldeprozess.
Also, liebe "Experten" und Politiker: Durchdenkt, was ihr da entscheiden wollt und wem ihr damit einen Gefallen tut.
Die Fahrschule nicht zur ersten Anlaufstelle zu machen, ist nicht nur "zu kurz gedacht", sondern zeugt von Realitätsferne.
- "Laienausbildung"
Ich mach mich jetzt bei meinen Kollegen mal unbeliebt!
Ich finde das gut. Zu lange hatte ich Diskussionen und Angriffe über die Anzahl von Fahrstunden mit Schülern und Eltern. Das Kind kann es teilweise einfach noch nicht und die Eltern drücken auf die Prüfung, weil langsam aber sicher das Geld knapp wird. Nur zu gern würde ich sagen dürfen: "Ok, fahren Sie eigenverantwortlich mit Ihrem Kind mitten durch Hamburg - mit Ihrem Auto. Bitte, nur zu!" Viele Situationen würden sich so in Luft auflösen.
Derzeit darf ich das nicht, und das neue "Laienmodell" bietet auch nicht genau diese Möglichkeit.
Aber ich mache das auch nicht erst seit gestern. Es ist schon auch ein bestimmtes Klientel, das auf solch ein Ausbildungskonzept anspringen würde. Und warum sollen die das dann nicht dürfen? Ich bezweifle, dass die Schüler in den Großstädten davon Gebrauch machen würden, aber die Schüler auf dem Land ...? Die hätten sicherlich eine Ersparnis. Warum also nicht.
Wer sich den Gesetzesentwurf diesbezüglich genauer anschaut, dem wird allerdings durchaus Angst und Bange. Nach 6 x 45 Minuten soll der Schüler eigenverantwortlich das Fahrzeug fahren - Eingriffsmöglichkeiten durch den "Fahrpraxisanleiter", wie die Begleitperson genannt wird, sind natürlich verboten, da dies rein offiziell einem gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr gleichkommt, also einer Straftat. Nach sechs Fahrstunden? Sorry! Nicht wenige bekommen es nach drei Doppelstunden gerade mal hin, allein den Fahrstreifen zu halten.
Ist das eine provokative Aussage? Vielleicht, aber wer das nicht glaubt, sollte mal einen Fahrlehrer, der aktiv in einer Großstadt schult, nach seinen Erfahrungen befragen - keinen "Experten". Oder besser noch, Menschen, die solche Gesetze vorschlagen, sollten mal in den ersten 3 Doppelstunden bei einem Schüler mitfahren. Wenn Interesse besteht und Sie sich das trauen, fragen Sie mich gern.
Und wer denkt, dass dies den Führerschein billiger macht (immerhin werden ja durchaus Fahrstunden eingespart), der möge vor einem endgültigen Urteil mal seine KFZ-Versicherung befragen, was es kostet, diese 1000 km Fahrpraxis zu versichern. Von den finanziellen Folgen und menschlichen Tragödien etwhiger Unfälle möchte ich hier nicht anfangen.
Fazit: Laienausbildung kann durchaus etwas sein, das funktionieren könnte. Ich denke schon, dass es Menschen geben wird, die dieses Modell ausprobieren würden. Allerdings nicht so, wie es derzeit vorgeschlagen wird; so ist es zu teuer und zu gefährlich.
- Kürzung und Vereinfachung der theoretischen Prüfung
Weniger Fragen in der Theorie? Ich glaube nicht, dass das irgendjemand kritisieren wird. Nicht die Fahrschulen und schon gar nicht die Schüler.
Es sollen Fragen wegfallen. Das ist gut, aber bitte die Richtigen. Der Fragenkatalog besteht aus zu vielen Fragen, die absichtlich in die Irre führen und das plumpe Auswendiglernen fördern. Man sollte Fragen haben, bei denen es erlaubt ist, Sinn und Verstand zu nutzen, und die nicht auf der Grundlage erstellt wurden, den Schüler zu verwirren.
Das vereinfachte Bewertungssystem begrüße ich zu 100 %. Wird das die theoretische Prüfung einfacher machen?
Das wage ich zu bezweifeln. Es gibt weniger Fragen, ja, aber die Auswertung dessen ist letztlich strenger, weil nur noch höchstens ein Fehler erlaubt ist. Derzeit gibt es zwar mehr Fragen, aber die Schüler können sich deutlich mehr Fehler leisten. Einfacher wird es also nicht - aber das Bewertungssystem ist tatsächlich transparenter und somit leichter zu verstehen.
Wenn man bedenkt, dass es häufig die Theorie ist, an der die Schüler scheitern, darf man also nicht denken, dass die Reduzierung der Fragen den Führerschein billiger macht. Ich denke eher, dass die Durchfallquote hier steigen wird, da ja durch den Wegfall des Theorieunterrichts und der Ermittlung der Prüfungsreife in der Theorie durch die Fahrschule ein echter Kontrollfaktor gestrichen wird. Wir reden hier also von einem Bereich, von dem wir jetzt schon wissen, dass er vielen Schülern Probleme bereitet. Dem Schüler mehr Verantwortung zu geben, ist sicherlich eine gute Idee. Ob die funktioniert, bleibt allerdings abzuwarten.
Sicherlich gibt es Schüler, die das gut finden! Für die anderen werden die Fahrschulen ganz sicher Hilfestellungen anbieten, die dann aber extra bezahlt werden müssen. Sehen wir das aber positiv. Auch wenn das zusätzliche Kosten verursacht, ist es doch eine gezieltere Hilfe, von der die Schüler durchaus einen spürbaren Mehrwert haben.
- Ermittlung und Verifizierung der praktischen Prüfungsreife
Sind wir ehrlich - das ist jetzt auch schon so. Auch wenn das vielleicht nicht alle Fahrschulen praktizieren.
Durch den Wegfall des theoretischen Unterrichts, die Kürzung der besonderen Ausbildungsfahrten und das Streichen der Verantwortung der Fahrschule für die Prüfungsreife in der Theorie; gewinnt dieser Aspekt allerdings neue Wichtig- und Wertigkeit.
Und auch hier gibt es wieder zwei Seiten: Der oder die pfiffige Fahrschüler:in, für die ist das super. Für solche Schüler wird der Führerschein in der Tat billiger. Für Fahrschüler, die sich schwer tun, für die kommt es jetzt dicke.
Denn der Fahrlehrer muss jetzt persönlich für die tatsächliche Prüfungsreife geradestehen. Laut Gesetzesentwurf auch der angestellte Fahrlehrer - nicht nur der Chef. Und das ist ganz sicher ein Zugewinn. Denn jetzt zeigt sich, was der Schüler kann. Und wenn dieser an dieser Stelle nicht performt, sprich Prüfungsreife wirklich zeigt, kommen so viele zusätzliche Fahrstunden, bis der Schüler dies demonstrieren kann - und zwar dem Fahrlehrer. Vorher gibt es keine Prüfung.
Macht das den Führerschein billiger als jetzt? Ehrlich! Ich bezweifle das.
Dies ist nur gut für echte Performer, aber die können auch heute schon viele Fahrstunden sparen.
- Verkürzung der praktischen Prüfung
Diesen Vorschlag finde ich aus zwei Gründen gut:
A) Die Aufmerksamkeitsspanne der Schüler wird immer kürzer. Ein durchschnittliches TikTok-Video dauert 10 Sekunden. Und auch wenn ich jetzt provoziere: Selten ist die Aufmerksamkeitsspanne länger. Von Schülern heutzutage zu verlangen, fast 60 min volle Konzentration zu haben und fast eine Stunde ständig Entscheidungen zu fällen und umzusetzen, ist für viele eine Herkules-Aufgabe. Fragen Sie mal einen Fahrlehrer oder Prüfer: Die letzten 10 Minuten sind die Schlimmsten. Eine Verkürzung der Prüfzeit auf 40 Minuten ist für viele Schüler eine positive Veränderung. Ich frage mich nur, warum man hier nicht wieder auf 45 Minuten geht. Das hatten wir lange und ist die Zeiteinheit der Fahrschulen.
B) Der TÜV kann mehr Prüfungen pro Tag anbieten. Für mich persönlich hat dieser Umstand die größte Wertigkeit. Leider bekommt es der TÜV Hanse in Hamburg nicht hin, dem Prüfungsbedarf der Fahrschulen nachzukommen. Dutzende Gespräche und Beschwerden haben daran nicht wirklich was geändert. Ich würde dem TÜV hier nicht vorwerfen, dass dieser sich nicht bemüht, und viele Mitarbeiter des TÜV machen das Beste daraus, allerdings ist die Firmenphilosophie des TÜV Hanse auf Knappheit ausgerichtet.
Wird die praktische Prüfung durch die Verkürzung der Prüfzeit einfacher? Ganz sicher nicht!
Auch wenn der Schüler sich nicht mehr so lange konzentrieren muss, hat der Prüfer schlichtweg weniger Zeit, sich einen Eindruck vom Können des Schülers zu machen. Die Prüfungsrichtlinie wird in diesem Zuge nicht verändert. Der Prüfer hat also weniger Zeit und wird Fehler des Schülers gezwungenermaßen strenger bewerten müssen, da er es sich nicht leisten kann, in Zweifel nocheinmal zu einer andern, ähnlichen Stelle zu fahren.
Zu denken, dass die Verkürzung den Führerschein billiger macht, ist tatsächlich blauäugig. Bedenke man bitte, dass nur das Durchfallen durch die praktische Prüfung häufig so teuer ist wie +/- 6 Fahrstunden.
- Veröffentlichung der Bestehensquote und der Preise der Fahrschule
Grundsätzlich finde ich das eine gute Idee. Ich habe meine Preise auf meiner Homepage veröffentlicht und bin weit und breit allein damit. Ich bevorzuge Transparenz. Was soll die Geheimniskrämerei?
Die Fahrschulen dazu zu verpflichten, finde ich allerdings fragwürdig. Dies stellt einen großen und lauten Startschuss dar, Mittel und Wege zu finden, gut darzustehen, was am Ende doch nicht der Realität entspricht.
Letztlich wird wahrscheinlich nur die Wettbewerbszentrale davon profitieren. Und damit ist niemandem geholfen.
Die Bestehensquote zu veröffentlichen, finde ich grundsätzlich auch gut.
Wie aussagekräftig das am Ende ist, wird sich rausstellen.
Wir laufen dadurch Gefahr, dass bestimmte Klientel, die von Haus aus eine hohe Durchfallquote haben, gar keine Fahrschule mehr finden werden, weil sich keiner die Quote verhageln will. Man darf nicht vergessen, dass es für einige teilweise jetzt schon schwer ist, eine Fahrschule zu finden. Das wird diese Situation verschärfen.
Und letztlich ist dies auch ein perfektes Beispiel, wo die Politik Gutes für den Verbraucher machen möchte, die Rechnung aber ohne den Unternehmer macht.
Wir dürfen uns doch ganz sicher sein, dass die "schwarzen Schafe" hier Möglichkeiten finden werden, um auf den ersten Blick gut dazustehen. Kennen wir so etwas nicht von den Banken mit der "Bad Bank"?
- wann tritt das neue Gesetz in Kraft?
Und an dieser Stelle möchte ich lautstark, mit Tröten und Trompeten, meine größte Kritik loswerden.
Dass die Politik die Fahrschulbranche solch einem Eiertanz aussetzt, gleicht leider einer Frechheit.
Es ist davon auszugehen, dass vor Dezember niemals eine Einigung zustande kommt. Und dann sollen wir als Fahrschulen innerhalb von 2/3 Wochen eine Veränderung dieses Ausmaßes "hinzaubern"?
Und ob die Politik das bis Dezember hinbekommt, ist bei dem derzeitigen Affentheater auch zu bezweifeln.
Ich fordere also alle Politiker, die mit dieser Reform zu tun haben, auf, mal etwas aufs Gas zu treten.
Diese Hängepartie kann sich niemand leisten!
All dies ist meine persönliche Meinung.
Ich bin zwar Mitglied des Fahrlehrerverbands Hamburg, diese Ausführungen stellen aber nicht die Meinung des Verbandes dar, sondern meine persönliche. Die Meinung der Basis, eines Fahrlehrers und Chefs, der möchte, dass seine 8 angestellten Fahrlehrer ihren Job behalten (und zwar bei mir) und der seinen Betrieb wirtschaftlich weiterführen möchte.
Die Ausbildung zum Führerschein zu vereinfachen, zu entschlacken und transparenter zu machen, ist ganz sicher eine gute Idee. Sich hinzustellen, den "billigen Führerschein" zu propagieren und solch einen Gesetzesentwurf vorzulegen, passt leider nicht zusammen. Am Ende sollten wir ehrlich bleiben.
Reginald Gerlach
Inhaber Fahrschule Winterhude
Hinweis:
Ich bevorzuge eine flüssige und gebräuchliche Sprache in Schrift und Wort. Daher verzichte ich in diesem Artikel auf's Gendern. Dies wäre zwar dem Zeitgeist geschuldet und wäre politisch korrekt, macht für mich aber den Text kaputt.
Jede Person, die dies liest, darf sich angesprochen fühlen - egal ob weiblich, männlich oder divers. Ich betrachte alle Menschen mit gleichen Rechten und freier Wahl der Lebensführung. Und auch wenn es mal "Fahrschüler" heißt, meinen wir dies geschlechtsneutral, da alle Mitarbeiter in unserer Fahrschule jede Person mit dem gleichen Respekt behandeln!










